Ehrliche Schmerzkarte, Zone für Zone
Wegen eines Arm-Tattoos kippt niemand um. Rippen sind eine andere Geschichte. Hier steht, was wie weh tut — ohne Drama und ohne Verkaufsgerede.

Es tut weh, aber es ist ein eigenartiger Schmerz — eher ein dauerhaftes Kratzen als ein Stechen. Entscheidend ist nicht deine Schmerzgrenze, sondern die Stelle. Hier die Karte, so wie wir sie jede Woche auf der Liege erleben.
Gut auszuhalten
Unterarm außen, Oberarm, Wade und Oberschenkel. Zwischen Nadel und Knochen liegen Muskel und Fett, zwei bis drei Stunden sind also problemlos machbar. Die meisten, die ihr erstes Tattoo holen, gehen mit dem Satz raus, dass sie Schlimmeres erwartet hatten.
Mittelfeld
Schulter, oberer Rücken, Wade außen und Unterarm innen. Es nervt und macht nach anderthalb Stunden müde, bleibt aber machbar. Der obere Rücken hat einen schlechteren Ruf, als er verdient — unangenehm wird es erst Richtung Wirbelsäule.
Das tut wirklich weh
Rippen, Brustbein, Ellbogen, Knie, Fußrücken, Finger, Hals und Bizeps innen. Dort liegt der Knochen direkt unter der Haut, und die Vibration geht voll durch. Machbar, aber wir arbeiten in kürzeren Etappen mit mehr Pausen. Für ein erstes Tattoo ist das der falsche Startpunkt.
Was du selbst in der Hand hast
Iss eine Stunde vorher richtig und schlaf die Nacht davor aus: Neun von zehn Kreislaufproblemen, die wir sehen, sind Unterzucker und kein Schmerz. Kein Alkohol, kein Kater. Aspirin und Ibuprofen am Vortag weglassen, die lassen dich stärker bluten; Paracetamol ist unproblematisch. Und sag Bescheid, wenn du eine Pause brauchst. Wir haben es nicht eilig.